Stückauswahl 2026

2026 wird gefeiert: Die kaleidoskop kinder + jugendtheatertage werden 30. Und zu diesem Geburtstag laden wir jahrelange Wegbegleiter*innen ein, überregional renommierte Gruppen sowie neue Gesichter aus der freien Kinder- und Jugendtheaterszene. Das diesjährige Programm ist bunt und laut: Wir treffen Tiere; bekannte Geschichten werden neu erzählt; brennende Fragen nach Liebe und Identitätssuche werden mit den Menschen auf der Bühne verhandelt. Und das alles mit dem Zauber einer Melodie – denn Musik verbindet unser Programm dieses Jahr zu einem Ohrwurm, der uns und unseren jungen Gästen in Erinnerung bleiben wird. 

Programm

Musiktheater ohne viele Worte aber mit viel Musik

Summ und Brumm sind zwei merkwürdige Gestalten, die sich mühsam aus ihrem Kokon schälen und erst einmal herausfinden müssen, in wen oder was sie sich gerade verwandelt haben.
Auf jeden Fall irgendwas mit Insekten – und die brauchen ein Zuhause. Und wo Kinder sind, kann kein schlechter Ort sein, und so verwandeln sie ihre Umgebung nach und nach in ein Biotop der Artenvielfalt, in dem alles summt und brummt.

Dauer: 40min

Zuschauer*innen: max. 80

Jury-Begründung

Ein Theaterstück mit zwei quirligen Mäusen, einer Mäusebuchbibliothek und dem großen Traum vom eigenen Buch

Die beiden Mäuseschwestern Lizzy und Lissy hatten früher Bücher zum Fressen gerne. Zernagt haben sie Bücher bis zu dem Tag, als sie eine Maus auf einem Buchcover entdeckten. Ein Buch auffressen, in dem ein Mäusekumpel die Hauptrolle spielt? Das geht ja gar nicht! Eine große Sammelleidenschaft beginnt und nun sind sie stolze Besitzerinnen einer riesigen Mäusebuchsammlung. Doch ein Traum ist noch unerfüllt: Ein Buch, in dem sie selbst die Hauptrollen spielen.

Dauer: 45min

Zuschauer*innen: max. 120

Jury-Begründung

Ein Märchen über die Gier und das Genug

Das Ende des Märchenklassikers ist bekannt: nach einem gierigen Rausch der Wünsche landen Fischer und Frau wieder in ihrer alten Hütte. Die AZUBIS krempeln die Geschichte um: Die Frau will nicht wieder zurück in ihr altes Leben, sondern beginnt einen Roadtrip und trifft dabei auf bekannte Figuren der Märchenwelt. Was sie antreibt, ist die Frage, woher ihre Gier kommt, ob sie per se schlecht ist oder ob sie ein positiver Antrieb sein kann und wann sie eigentlich endlich zufrieden ist? Erzählt mit viel Musik, Humor, Schattentheater und Poesie.

Dauer: ca. 60 Minuten

Zuschauer*innen: max. 80

Jury-Begründung

Ausgezeichnet mit dem KARFUNKEL – Kinder- und Jugendtheaterpreis 2020 der Stadt Frankfurt

Der Struwwelpeter hat bei Pädagog*innen einen desaströsen Ruf. Das TheaterGrueneSosse nimmt sich den Kinderbuchklassiker einmal anders zur Brust und aktualisiert Dr. Heinrich Hoffmanns Geschichten. Ausgestattet mit Jägersflinte und Tintenfass verhandeln die Performer*innen die Regeln eines Spiels, von denen wir (noch) nicht wissen, wozu sie da sind. Denn die Gesetze der Umwelt lernen zu müssen, ist nicht nur eine kindliche Erfahrung. „Eine Welt, wo der Schneider im Wandschrank kauert, die Katze laut schluchzend dein Grab betrauert, wo‘s dir vor unreinen Reimen arg schauert‚ und der Hund mit der Peitsche im Waschkeller lauert.“

Dauer: ca. 60 Minuten

Zuschauer*innen: max. 150

Jury-Begründung

Eine Performance mit Tanz, Musik und Sound

Jedes Kind hat vor irgendetwas Angst: Gewitter, Hunde, laute Geräusche, ein Monster unter dem Bett oder wenn die Eltern plötzlich gehen müssen. Die Tänzerin und der Musiker mit seinem großen Kontrabass begegnen auf der Bühne ihren Ängsten. Was löst Angst aus und wie kann man sich ihr stellen? Zusammen trauen sich die beiden etwas zu und wachsen an ihrer Angst. Scheinbar unüberwindbare Situationen kehren sich in ihr Gegenteil: Aus dunkel wird hell, aus schwer leicht, aus Zittern stolzes Lachen, aus Flüstern laute, lustige Musik.

Dauer: 45 min

Zuschauer*innen: max. 70-100

Jury-Begründung

frei nach Ludvig Askenazy

So richtig pfeifen können, das möchte der Hase so gern! Aber das können nur Murmeltiere. Und so begibt er sich auf die Suche nach diesem scheuen Tier. Über Stock und Stein, über und unter Wasser sucht der Hase, bis er es endlich findet, das Murmeltier. Das ist zwar nicht begeistert, erklärt sich aber bereit, dem Hasen das Pfeifen beizubringen. Doch trotz großer Mühe will es mit dem Pfeifen einfach nicht klappen. Was nun?

Dauer: ca. 45 Minuten

Zuschauer*innen: max. 120

Jury-Begründung

Nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Emma AdBåge

Lustvoll und ehrlich diskutiert pulk fiktion die Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen und bringt die Alltagswelt der Kinder direkt ins Theater. Warum mischen sich Erwachsene eigentlich immer ein? Warum sind die Spielideen der Erwachsenen oft so langweilig? Wovor haben die Erwachsenen Angst und wo ist es eine berechtigte Sorge? Wann sind (Spiel)Regeln sinnvoll und wo stören sie ein phantasievolles Spiel? Und letztlich geht es auch um die Frage, wem öffentliche Orte gehören und wer die Regeln dafür bestimmen darf?

Dauer: 60min

Zuschauer*innen: max. 80

Jury-Begründung

Eine humorvolle und musikalische Geschichte ums Fressen und Gefressenwerden

Ein hungriger Wolf macht sich nachts auf, etwas Fressbares zu finden und er hat Glück. Ein einsamer Hof und Stall, darin ein einsames Schaf… Jedes Kind weiß, dass bei einem solchen Zusammentreffen das Schaf in Lebensgefahr ist. Von dieser Spannung lebt die Geschichte und sie erzählt, wie der Wolf das Schaf zu einem Ausflug überredet, wie das Schaf sich naiv darauf einlässt, immer wieder knapp der Gefahr entkommt, und wie das ungleiche Paar doch noch eine außergewöhnliche Freundschaft schließt.

Dauer: ca. 50 Minuten

Zuschauer*innen: max. 150

Jury-Begründung

eine Geschichte der Zeit

(528) In dem berühmten Roman “Momo” von Michael Ende rettet das Kind Momo mit der Schildkröte Kassiopeia und dem Meister Hora die Zeit vor den Grauen Herren. Der Roman erzählt von Langsamkeit und Freundschaft, aber auch davon, was passiert, wenn diese Dinge verloren gehen – wenn Zeit verloren geht. Während die Geschichte hörbar wird, begeben sich die beiden Tänzer*innen in ihrem Duett auf eine aufregende Suche nach der Bedeutung von Zeit und Gemeinschaft. Sie fragen, wie wir Zeit erleben und wie wir unsere Lebenszeit nutzen möchten?

Dauer: ca. 40 Minuten

Zuschauer*innen: max. 100

Jury-Begründung

Energiegeladene Solo-Performance

LieferAndi ist ein gebeutelter Schauspieler, bei dem es gerade nicht so läuft und der deswegen als Pizzalieferant arbeiten muss. Dabei berichtet der charismatische Andi u.a. von seinen Ideen, die holländische Konzernzentrale zu stürmen, aber auch vom autoritären Polen der 80er, seiner Abneigung gegen Schillers Räuber und von seiner Begegnung mit einem rechtsextremen Rapper, der mit Hip Hop seine menschenverachtende Botschaft endlich einem breiten Publikum nahebringen will – getreu dem Motto: Faschismus im stylischen Redesign. Alles garniert mit Pizza, (Malz)Bier und einer exquisiten Playlist.

Dauer: ca. 70 Minuten

Zuschauer*innen: max. 120

Jury-Begründung

Eine Musik- und Theaterperformance über die Liebe in deutscher, englischer und türkischer Sprache

Jede:r kennt Erzählungen von romantischer Liebe: Schmetterlinge im Bauch, tiefe innige Gefühle, Leidenschaft, Drama, Kampf oder Schmerz. In Form von Herzen, Kerzen und ritualisierten Sprüchen taucht sie überall auf. Doch was genau bedeutet Liebe? Welchen Einfluss haben Medien auf unser Denken und Fühlen? Und welche Macht haben jahrelang überlieferte Narrative im Hinblick auf unsere Art und Weise, wie wir Liebe leben? Was wir für Privatsache und intim hielten, ist deutlich komplexer. Inspiriert von Şeyda Kurts Buch „Radikale Zärtlichkeit“ und der Sozialforschung von Eva Illouz zeigt sich: Liebe ist nicht nur kompliziert und privat – sie ist fundamental politisch.

Dauer: ca. 70 Minuten

Zuschauer*innen: max. 80

Jury-Begründung

Open Air

Eine Allwetter-Performance mit luftartistischen Höhenflügen

Schon mal versucht, das Wetter vorherzusagen? Gar nicht so einfach, wenn man nicht die passenden Instrumente hat. Lieber Sonnencreme oder den warmen Pulli einstecken? Das weiß vielleicht die Luftartistin, die mit ihrer mobilen Messstation unterwegs ist. Mit Wetter-Mess-Geräten im Gepäck kann sie auch leichte Schwankungen geschickt auf ihrer Trapezleiter ausbalancieren. Hinweis: Dies ist eine Allwetter-Performance und findet in jeder Wetterlage statt (ja, auch bei Regen).

Spielt nur am ersten Wochenende!

Jury-Begründung

Vermittlung

Spielend Theater schauen! Seit dem Jahr 2022 bietet kaleidoskop ein Warming-up des Publikums an. Der lebendig gestaltete Flyer „Meine kaleidoskop-Theatererinnerung” ermöglicht eine Nachbereitung des Theatererlebnisses mit den Pädagog*innen oder den Eltern.